Lost Places: Villa am See

Heute mal ein Post, der nichts mit Beauty und Schönheit im eigentlich Sinn  zu tun hat, sondern mit vergangener Schönheit.

Ich interessiere mich schon länger für verlassene Gebäude, die Geschichte dahinter; warum solche eigentlichen Schmuckstücke dem Verfall überlassen wurden.

Heute war es so weit und ich wagte mich mit meinem Freund auf eine Expedition in die Vergangenheit. Nicht weit von uns steht die 1908 gebaute Villa in der Nähe eines Sees. Ein Großindustrieller ließ sie für seine Tochter erbauen.







Seit wann die Villa leer steht ist nicht bekannt, allerdings muss sie bereits Ende der 90er leergestanden sein. 1997 wurde das unbewohnte, marode Haus unter Denkmalschutz gestellt.



Von der einstigen Pracht und Schönheit des Gebäudes ist wenig übrig geblieben; Verfall macht sich breit, überall begegnen einem Schutt und Scherben. Die Fenster sind fast gänzlich ausgeschlagen oder zugenagelt.


 Der Eingang lädt nicht zum betreten ein, das Geländer wackelt, die Steinstufen mussten sich der Zeit beugen.




Einst muss man von der Veranda aus einen herrlichen Blick über den See gehabt haben. Doch auch hier sind die Stufen zerbröckelt, die Fliesen ausgeschlagen. Die Fenster fast vollkommen zugewachsen.




Niemand kümmert sich um das Gebäude, so ist es auch relativ leicht, dort hereinzukommen. Im Keller befinden sich Sanitäranlagen, eine kleine Küche und die alte Ölheizung, die schon lange nicht mehr gebraucht wird.

Man merkt, dass versucht wurde, die Villa zu modernisieren, aber außer Schutt und ein paar Farbeimern ist auch davon nicht viel übrig geblieben.



Über eine morsche Holztreppe gelangt man ins Erdgeschoss der Villa. Die alten Türen lassen nur noch erahnen, wie prunkvoll es hier einst gewesen sein mag. Nur die 3m hohen Decken zeugen noch von der damaligen Herrlichkeit des Gebäudes.

Leider war es ziemlich finster durch die vernagelten Fenster. Aber es wird definitiv nicht der letzte Besuch der Villa gewesen sein und das nächste Mal schauen wir uns genauer im Inneren um.


Auf dem 35.000 m² großen Grundstück befinden sich neben der Villa noch ein 1911 erbautes Gärtnerhaus und ein Schuppen.



Hier hat der Verfall noch stärker zugeschlagen. Auf dem Dach fehlen viele Ziegel und allgemein ist das Haus kurz vor dem Zusammenfall.




Verwunderlich ist, dass relativ wenig Vandalismus stattgefunden hat. Dies mag aber auch an der nahe gelegenen Polizeistation liegen. Dennoch hat es niemanden gekümmert, dass wir uns so offensichtlich auf dem Grundstück umgesehen haben.



Die Treppe zum Eingang der kleinen Hütte ist fast komplett eingestürzt. Innen jedoch sieht es noch recht normal aus, selbst Tisch und Stuhl sind noch zu finden.

Es gab in den 1990er Jahren Pläne einer Investorengruppe, auf dem Grundstück ein Seniorenheim zu errichten. Durch den Denkmalschutz wurde dieses Vorhaben jedoch verzögert, letztendlich vollkommen aufgegeben. Mittlerweile befindet sich das Gebäude im Besitz der Banken.

Ein Grundstück mit einer maroden Villa, die nicht abgerissen werden darf; als einzige Bebauungsmöglichkeit ein Seniorenstift und ein völlig überteuerter Preis machen den Verkauf des Grundstücks nahezu unmöglich und unattraktiv.

Mir tut es leid für dieses einst so schöne Anwesen. Es ist schade, was passiert, wenn Menschen sich nicht kümmern und das von ihnen geschaffene Werk der Natur überlassen.

9 Kommentare:

  1. Wow, tolle Bilder. Aber ein wenig spooky sieht es schon aus...

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    1. In der Villa im Stockdunkeln wurde mir auch sehr anders. Und mir schoss jede Szene aus jedem schlechten Horrorfilm, den ich je gesehen habe, durch den Kopf. Zumal ich eh so ein Angsthase bin was Dunkelheit angeht.

      Aber irgendwie ist die Faszination und Neugierde doch größer, sodass ich unbedingt nochmal hin will.

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  2. Ich finde das total spannend und am liebsten würde ich mit auf Entdeckungstour gehen. Tolle Idee! Meiner Meinung nach haben solche alten Häuser Seele... so viel Geschichte und Geschichten, die damit zusammen hängen...

    Danke für den tollen Post! :)

    Liebe Grüße
    Caro

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    1. Dann pack die Kamera und Taschenlampe ein und wir gehen auf Tour ;)

      Ich finde die Geschichte hinter solchen Häusern auch extrem spannend und es ist ein wenig traurig, dass ich nicht mehr über die Villa herausfinden konnte.

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  3. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  4. Da blutet einem ja echt das Herz, gibt es leider öfter als man denkt. Bei uns sind die Beelitzer Heilstätten in der Nähe - das ist auch ein Trauerspiel :(
    Bin übrigens über Deinen BoB Eintrag auf Deine Seite gekommen - gefällt mir sehr!

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    1. Über die Beelitzer Heilstätten habe ich auch schon einiges gelesen und würde mir es zu gern mal aus der Nähe anschauen. Leider ist es relativ weit weg von mir.

      Mich schockiert es immer, wie Menschen einfach einen kompletten Besitz zurück- und verfallen lassen können. Es gibt teilweise vollkommen eingerichtete Häuser, die seit Jahrzehnten leerstehen.

      Dennoch üben diese Gebäude eine unheimliche Faszination auf mich aus und eigentlich müsste ich den ehemaligen Besitzern dankbar sein, dass sie uns die Möglichkeit geben, so etwas zu erleben.

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  5. Und wo befindet sich das schöne Gebäude?

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  6. Wo befindet sich den diese wunderschöne Villa Ein Traum.

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